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pflanzliche Arzneimittel vs. Nahrungsergänzungsmittel
Woran erkennt man die Qualität von pflanzlichen Arzneimitteln?
Beratung zu pflanzlichen Arzneimitteln aus Ihrer Apotheke .
Pflanzliche Arzneimittel sind bei Patienten eine beliebte Wahl – beispielsweise bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen oder Wechseljahresbeschwerden. „Natürlich“ klingt zunächst nach „sanft“ und „sicher“.
Dennoch gibt es selbst bei pflanzlichen Produkten erhebliche Qualitätsunterschiede. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, schnell zu erkennen, ob ein Präparat wirklich hochwertig ist.
1) Zuerst prüfen: Handelt es sich um ein Arzneimittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel?
Das ist der wichtigste Unterschied. Pflanzliche Arzneimittel werden streng geprüft: Sie müssen ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit nachweisen. Nahrungsergänzungsmittel dürfen zwar mit pflanzlichen Inhaltsstoffen werben, werden aber nicht nach denselben Regeln wie Arzneimittel geprüft.
Praktischer Tipp: Auf der Verpackung von Arzneimitteln ist in der Regel deutlich „Arzneimittel“ vermerkt – oft findet man dort auch eine Zulassungs- oder Registrierungsnummer.
2) Nicht die Pflanze selbst ist entscheidend, sondern der Extrakt.
Hochwertige pflanzliche Arzneimittel geben genau an, welche Pflanzenextrakte sie enthalten. Dies ist wichtig, da ein und dieselbe Pflanze je nach Anbau, Erntezeitpunkt und Verarbeitung sehr unterschiedliche Mengen an Wirkstoffen enthalten kann.
Qualität erkennt man daran, dass der Extrakt standardisiert oder präzise definiert ist. Das bedeutet, dass der Hersteller sicherstellt, dass jede Charge eine vergleichbare Zusammensetzung aufweist – und nicht mal stärker, mal schwächer ist.
3) Gute Hersteller liefern klare Informationen
Seriöse Produkte sind transparent und liefern detaillierte Informationen, zum Beispiel:
- Pflanzenname (oft auch in Latein, z. B. Hypericum perforatum für Johanniskraut)
- Wirkstoff-Extrakt-Verhältnis (wie hoch die Konzentration des Extrakts ist)
- Extraktionsmittel (z. B. Ethanol/Wasser)
Das mag etwas technisch klingen, ist aber ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass die Inhaltsstoffe unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wurden und nicht einfach nur „etwas aus Kräutern“ sind.
4) Beilage: Ja, bitte!
Viele Verbraucher bevorzugen Produkte ohne lange Packungsbeilage. Aus Sicht der Apotheke ist es genau umgekehrt: Eine ausführliche Packungsbeilage zeugt von Zuverlässigkeit. Dort finden Sie:
- Dosierung (Menge, Häufigkeit, Dauer)
- Anwendungsgebiete
- Mögliche Nebenwirkungen
- Interaktionen (besonders wichtig!)
Bei pflanzlichen Heilmitteln kann es insbesondere zu Wechselwirkungen kommen – ein bekanntes Beispiel ist Johanniskraut.
5) Saubere Rohstoffe und kontrollierte Produktion
Hochwertige pflanzliche Arzneimittel werden auf Verunreinigungen wie Pestizide, Schwermetalle oder Keime geprüft. Darüber hinaus gelten strenge Herstellungsstandards (z. B. GMP). Dies ist besonders wichtig, wenn Sie ein Präparat über einen längeren Zeitraum einnehmen möchten.
6) Hüten Sie sich vor „Wunderversprechen“.
Formulierungen wie „Garantiert wirksam“, „Wirkt sofort gegen alles“ oder „Entgiftung“ klingen verlockend – sind aber oft eher Marketing als echte Beratung. Seriöse Produkte bleiben sachlich und realistisch. Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, lohnt es sich, genauer hinzusehen – oder kurz in der Apotheke nachzufragen.
„Wenn Sie sich unsicher sind, stellen Sie gezielte Fragen: Handelt es sich um ein zugelassenes pflanzliches Arzneimittel? Ist der Extrakt standardisiert? Ist er mit anderen Medikamenten, die Sie einnehmen, kompatibel?“
Für Ihre Gesundheit: Kräutermedizin oder Nahrungsergänzungsmittel?
Wollen Sie bei der Anwendung von pflanzlichen Arzneimitteln auf Nummer sicher gehen?
Setzen Sie dann auf geprüfte Qualität. Pflanzliche Arzneimittel werden unter kontrollierten Bedingungen hergestellt und genau dosiert – das macht den entscheidenden Unterschied.
Kommen Sie gerne in die Apotheke: Gemeinsam finden wir heraus, was für Ihre Symptome geeignet ist und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.